Die Standortförderung wurde per 1. Januar 2021 aus dem Amt für Wirtschaft und Arbeit ins Departementssekretariat des Volkswirtschaftsdepartements überführt. Damit wurden die Standortentwicklung und die Aussenkontakte der Wirtschaft des Kantons strategisch gestärkt und in einer eigenständigen Fachstelle gebündelt.
Seither haben sich die Aufgaben und Anforderungen der Standortförderung weiterentwickelt. Neben der klassischen Standortentwicklung gehören unter anderem Innovation und Technologie, Ansiedlungen, Bestandespflege und Aussenkontakte zur Wirtschaft zu den Schwerpunkten der kantonalen Standortförderung.
Unter der Leitung der aktuellen Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements, Regierungsrätin Sibylle Jeker, wurde die organisatorische Zuordnung der Standortförderung überprüft. Mit einem Regierungsratsbeschluss vom Mai 2026 wurde entschieden, die Standortförderung per 1. September 2026 wieder dem Amt für Wirtschaft und Arbeit anzugliedern.
Mit der neuen Zuordnung sollen insbesondere folgende Ziele erreicht werden:
- Ganzheitlichere Unterstützung von Unternehmen
- Bessere Verbindung von Standort- und Arbeitsmarktpolitik
- Gemeinsam stärker bei aktuellen Herausforderungen
Im Interview erläutern Andreas Gasche, Leiter der kantonalen Standortförderung, und Remo Frei, Amtschef des Amts für Wirtschaft und Arbeit, welche Chancen sie mit der neuen organisatorischen Zuordnung verbinden.
Andreas Gasche; Welche Chancen ergeben sich für die Standortförderung durch die organisatorische Nähe zum Amt für Wirtschaft und Arbeit?
Die Nähe zum Amt für Wirtschaft und Arbeit ermöglicht uns, die Anliegen von Unternehmen noch ganzheitlicher zu betrachten. Fragen zur Standortentwicklung, zu Innovation und Technologie, zu Fachkräften oder zum Arbeitsmarkt sind in der Praxis oft eng miteinander verbunden. Durch kürzere Wege und einen einfacheren Austausch können wir unsere Kompetenzen besser vernetzen, Doppelspurigkeiten vermeiden und Unternehmen gezielter, effizienter und rascher unterstützen. Die Standortförderung wird auch weiterhin ihre Scharnier- und Türöffnerfunktion zu anderen Ämtern und Departementen der kantonalen Verwaltung wahrnehmen.
Remo Frei; Welchen Mehrwert bringt die Standortförderung für das Amt für Wirtschaft und Arbeit und für die Arbeit mit den Unternehmen im Kanton Solothurn?
Die Standortförderung bringt wichtige Kontakte, Fachwissen und Perspektiven aus der Wirtschaft in unser Amt ein. Dadurch können wir näher an den Unternehmen sein – nicht nur dann, wenn ein konkretes Anliegen vorliegt, sondern auch proaktiv. Gerade bei Themen wie Innovation, Technologie, Fachkräftesicherung und Arbeitsmarkt ist es wichtig, Entwicklungen früh zu erkennen und gemeinsam mit Unternehmen sowie weiteren Partnern geeignete Lösungen zu entwickeln. Die organisatorische Nähe stärkt damit unsere gemeinsame Handlungsfähigkeit und die Wirkung unserer Angebote.
Andreas Gasche; Was wird sich durch die neue Zuordnung für Unternehmen, Gemeinden und Partnerorganisationen konkret verändern – und was bleibt unverändert?
Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt vieles gleich: Das Team der Standortförderung bleibt bestehen, und die bisherigen Kontakte und Dienstleistungen in den Bereichen Business, Bildung, Tourismus und Kultur stehen weiterhin zur Verfügung.
Durch die engere Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit entstehen kürzere Wege, einen schnelleren Informationsaustausch und eine noch bessere Abstimmung bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen oder bei Rückmeldungen an diese. Anliegen können dadurch präziser eingeordnet, effizienter bearbeitet und rascher an die richtigen Stellen weitergeleitet werden. Im Zentrum steht, neue Services gemeinsam zu entwickeln.
Remo Frei; Welche Chancen eröffnet die neue Organisation für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Kanton Solothurn?
Die organisatorische Eingliederung der Standortförderung im Amt für Wirtschaft und Arbeit widerspiegelt die thematische Zusammengehörigkeit, der für den Wirtschaftsstandort relevanten Themen. Kräfte können so gebündelt und Synergien verbessert genutzt werden.
Die neue Organisation schafft gute Voraussetzungen, um die zentralen Themen für unseren Wirtschaftsstandort noch stärker gemeinsam anzugehen. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für bestehende Unternehmen und die Gewinnung neuer Firmen stehen in einem direkten Zusammenhang mit den Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen sowie dem Arbeitsmarkt. Wenn Standortförderung, Wirtschaft und Arbeit enger zusammenwirken, können wir Entwicklungen frühzeitiger erkennen, die Solothurner Unternehmen gezielter unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons weiter stärken.