Kompetenz- und Bildungsangebot form3D
Von der Idee zur Anwendung: Wie form3D Wissen für die additive Fertigung aufbaut
Der Kanton Solothurn verfügt über eine lange industrielle Tradition. Die Uhrenindustrie und ihre Zulieferer haben insbesondere in der Region Grenchen und am Jurasüdfuss Kompetenzen in Feinmechanik, Metallverarbeitung und hochpräziser Fertigung aufgebaut. Daraus entwickelte sich eine vielseitige Präzisionsindustrie, die heute unter anderem die Medizintechnik, die Uhrenbranche und weitere Industrien und Technologien beliefert.
Die additive Fertigung knüpft an dieses Know-how an und eröffnet der Medizintechnik, Dental-Industrie und weiteren Präzisionsbranchen neue Möglichkeiten. Für viele Unternehmen ist der Einstieg in den industriellen Metall-3D-Druck anspruchsvoll: Es braucht spezifisches Fachwissen, praktische Erfahrung und qualifizierte Mitarbeitende.
Mit dem Swiss m4m Center besteht im Kanton Solothurn seit 2019 ein Technologie-Transferzentrum für additive Fertigung. Ergänzend dazu wurde mit form3D ein Kompetenz- und Bildungsangebot aufgebaut. Es unterstützt Unternehmen, Fachkräfte, Lernende und Studierende dabei, praxisnahes Wissen für die Anwendung der additiven Fertigung zu erwerben. Der Aufbau von form3D wurde im Rahmen eines NRP-Projekts von Bund und Kanton mitfinanziert. Heute entwickelt form3D sein Angebot weiter und stärkt damit den Wissenstransfer in einer für den Wirtschaftsstandort Solothurn wichtigen Zukunftstechnologie.
Swiss m4m: Technologietransfer für die Praxis
Das Swiss m4m Center wurde 2019 in Bettlach als Technologiezentrum mit Fokus auf die Medizintechnik gegründet. Es unterstützt Unternehmen dabei, das Potenzial der additiven Fertigung zu prüfen und konkrete Anwendungen zu entwickeln. Im Zentrum stehen dabei nicht die Serienproduktion, sondern Engineering, Pilotfertigung, Beratung sowie die Entwicklung und Erprobung von Bauteilen.
Unternehmen können am Swiss m4m Center klären, ob sich ein Bauteil für die additive Fertigung eignet, wie es konstruiert werden muss und welche Anforderungen bei Produktion, Qualitätssicherung und regulatorischen Fragen zu berücksichtigen sind. Swiss m4m schafft damit eine Brücke zwischen Forschung, Technologie und industrieller Anwendung. Als Public-Private-Partnership verbindet das Zentrum Kompetenzen aus Forschung, Hochschulen und Industrie.
form3D: Wissen für die Anwendung
Technische Machbarkeit allein genügt jedoch nicht. Damit Unternehmen die additive Fertigung langfristig nutzen können, brauchen sie Mitarbeitende mit fundiertem Wissen über die gesamte Prozesskette – von Konstruktion und Design über den Druckprozess bis zu Qualitätssicherung und regulatorischen Anforderungen.
Hier setzt form3D an. Das Kompetenz- und Bildungsangebot vermittelt praxisnahes Wissen zur additiven Fertigung und macht die Technologie für Unternehmen sowie heutige und künftige Fachkräfte zugänglicher. Im Schweizer Kontext schliesst es eine wichtige Lücke zwischen dem Interesse an Metall-3D-Druck und der praktischen Fähigkeit, diese Technologie im Unternehmensalltag einzuordnen und anzuwenden.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus Unternehmen, Lernende und Studierende. Es verbindet Grundlagenwissen mit praktischen Übungen an Anlagen und dem Austausch mit Fachpersonen aus Industrie und Bildung. Damit werden nicht nur Kompetenzen aufgebaut, sondern auch Kontakte und Kooperationen zwischen den Beteiligten gefördert. Die bisherigen Schulungen wurden von den Teilnehmenden besonders wegen ihrer Praxisnähe und Anwendbarkeit positiv bewertet.

Angebote im Überblick
form3D bietet beziehungsweise entwickelt Bildungs- und Austauschformate rund um die additive Fertigung:
- Grundlagenkurse für Fachkräfte, Lernende und Studierende
- Praxisnahe Schulungen mit Übungen an Metall-3D-Druckanlagen
- Wissensvermittlung zu Konstruktion, Design, Produktion und Qualitätssicherung
- Formate für den Austausch zwischen Unternehmen, Bildungspartnern und Fachpersonen
- Weiterentwicklung des Angebots in Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen, unter anderem Swissmechanic Solothurn und hftm
NRP-Projekt
Der Aufbau des Schulungsangebots wurde durch das Projekt im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) «Training & Education im 3D-Druck für die Medizintechnik und benachbarte Branchen» ermöglicht.
Mit der Startfinanzierung konnten ein praxisnahes Schulungsangebot sowie die fachlichen und organisatorischen Grundlagen für die Durchführung von Kursen erarbeitet werden. Die NRP-Unterstützung ermöglichte es, das Angebot professionell und zügig aufzubauen.
Solche Projekte sind für den Kanton Solothurn wichtig, weil sie Wissen und Kompetenzen in zukunftsrelevanten Technologien fördern. Sie vernetzen Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Fachpersonen und schaffen damit Voraussetzungen für Innovation, Fachkräfteentwicklung und Technologietransfer.
Im Rahmen des Projekts wurden 16 Schulungen mit rund 140 Teilnehmenden aus 55 Unternehmen durchgeführt. Die Schulungen werden nach Projektabschluss weitergeführt und weiterentwickelt.






















